Zum Bündeln von Drucksachen
Zum Verschliessen von Paketen und Kartonschachteln
Zum Sichern vor Verschieben oder Umkippen
Zum Bilden von kompakten Ladungseinheiten
Zum Bündeln von Einzelstückgütern
Zum Sichern von gestapelten Gütern vor dem Auseinanderfallen
Die Rechtslage ist vereinfacht ausgedrückt so, dass transportierte Ladung niemanden gefährden oder belästigen und nicht herunterfallen darf. Konkret heisst dies: Jede Ladung ist so zu sichern, dass bei normalen Fahrverhältnissen ein Verschieben oder gar Herunterfallen ausgeschlossen ist.
So vielfältig die Transportmittel sind, seien es Gabelstapler, LKW, Bahn, Schiff oder Flugzeug, so unterschiedlich sind die daraus resultierenden Belastungen und Gefahren ebenfalls.
Neben dem Transportschutz bietet das Umreifen ebenfalls einen gewissen Schutz vor Diebstahl
Unser Rat: Lassen Sie sich vor einer Anschaffung von einem Fachmann beraten!
Nicht immer genügt es, Kartonagen mit Klebebändern und/oder Heftklammern für den Transport ausreichend zu sichern. Zum Beispiel bei schweren Gütern. Aber auch, wenn die Gefahr besteht, dass die Kartonverpackung durch mechanische Belastungen wie Stöße oder durch Umwelteinflüsse wie Feuchtigkeit beschädigt wird. Zusätzliche Sicherheit bietet dafür die ergänzende Umreifung. Bei Paketen und Schachteln dient die Umreifung oft auch als Traghilfe.
Beim Stretchen wird eine palettierte Ladung mit einer dehnbaren Folie umwickelt und so gesichert.
Beim Schrumpfen wird eine Haube aus Kunststofffolie über die Ladung gestülpt und das Ganze einer Wärmewirkung ausgesetzt. Die Folie schrumpft zusammen und umschliesst so die Ladung hauteng.
Beide Verfahren werden eingesetzt, um unstabile Ladungen für den Güterumschlag und den Transport zu sichern. Die Stretch- und Schrumpffolie soll aber auch Schutz vor Staub, Witterungseinflüssen und Diebstahl bieten. Bei sehr labilen Palettenladungen wie leeren Dosen oder schweren palettierten Gütern wie Bogenpapier dient das Umreifen als zusätzliche Stabilisierung, insbesondere zur Erhöhung der Verbindung zwischen Ladeträger und Ladegut.
Transportierte oder gelagerte Güter sind verschiedenen Belastungen ausgesetzt, z.B.:
Transportbedingte Einflüsse
Folgende transportbedingte Einflüsse belasten Packgut und Umreifung
Erschütterungen, z.B. beim Überfahren von Schlaglöchern
zu wenig schonendes Heben und Absetzen einer Ladung
Vibrationen allgemein
Klimatische Einflüsse
Klimatische Veränderungen (Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen) können bewirken, dass das Volumen eines Packgutes schrumpft oder sich ausdehnt.
Menschliche Einflüsse
Zu hohe Stapelung mehrerer Paletten übereinander (Stauchung) kann dazu führen, dass die unteren Ladungen zusammengedrückt werden. Dadurch locker gewordene Bänder schützen das Packgut nicht oder nur ungenügend. Deshalb ist bei der Wahl "Stahlband oder Kunststoffband" die Erhaltung der Spannwirkung das wichtigste Kriterium. Das Packgut ist optimal umreift, wenn das Band trotz Belastungen immer eng am Packgut anliegt.
Ein weiteres Kriterium: Die Reisskraft des Bandes
Schwere Packgüter, bespielsweise Maschinen und Coils, die auf Paletten zu sichern sind, benötigen ein Umreifungsband mit hoher Reisskraft.
Unser Rat: Die Preisbildung beim Umreifungsband ist immer eine Frage des Gewichts. Das Gewicht wiederum steht in direktem Zusammenhang mit der Reißkraft. Achten Sie also auf die Reißkraftangabe, wobei hier unterschieden wird in Mindest-Reißkraft und durchschnittliche Reißkraft. (Die europäische Norm DIN EN 13394 spricht grundsätzlich nur von Mindest-Reißkraft!)
Unterschiedliche Packgüter benötigen auch Umreifungsbänder mit unterschiedlichem Verhalten. So brauchen z. B. Stein- und Stahlpakete ein anderes Band als feucht gestapelte Holzpaletten. Die Entscheidung, mit welchem Band umreift werden soll, hängt von vielen Faktoren ab.
Unser Rat: Lassen Sie sich von einem Fachmann beraten.
Eine Wissenschaft für sich, denn viele Faktoren spielen hier mit: Einerseits beeinflusst das Packgut selber die Wahl des Bandes, andererseits sind Belastungen und Umwelteinflüsse beim Transport und bei der Lagerung ebenfalls zu berücksichtigen. Ob per Bahn, Lastwagen, Schiff oder Flugzeug transportiert, die mechanischen und klimatischen.Belastungen sind unterschiedlich.
Grundsätzlich gilt für die Wahl der Bandbreite und Banddicke folgendes:
Nur so breites und dickes Band wie notwendig!
(aus Kostengründen)
Je kleiner ein Packgut, desto schmäleres Band!
(So wird in der grafischen Industrie für das Umreifen von Zeitschriften und Zeitungsbunden sogenanntes Kunststoff-Schmalband mit Bandbreiten von 5-6 mm breit eingesetzt.)
Je grösser ein Packgut, desto breiteres Band!
(Beim Kunststoffband findet man üblicherweise Bandbreiten bis 19 mm und beim Stahlband bis 32 mm.)
Ähnlich verhält es sich mit der Banddicke: Je schwerer ein Packgut, desto dickeres Band muss verwendet werden, um eine optimale Sicherheit beim Transport zu gewährleisten.
Unser Rat: Überlassen Sie die Wahl des Bandes einem Umreifungsspezialisten!
Die Zugfestigkeit eines Bandes wird in Newton (N) pro mm² angegeben. Sie gibt Aufschluss über die Kraft, die ein Quadratmillimeter Band bis zum Bruch aushält (Zugfestigkeit bezogen auf den Bandquerschnitt).
Bei Kunststoffbändern muss jedoch das Oberflächenprofil, welches unterschiedlich tief eingeprägt sein kann, berücksichtigt werden.
Die Bruchdehnung sagt aus, um wieviel Prozent das Band beim Spannen gedehnt werden kann, bis es reißt. Dabei wird die Länge des ausgedehnten Bandes mit der ursprünglichen Länge verglichen.
Als Reißkraft (oder auch Bruchlast) bezeichnet man die Kraft, die erforderlich ist, um ein Band zu zerreißen. Sie wird in Newton (N) angegeben.
Beispiel für eine Reißkraft-Berechnung:
Bandquerschnitt (Breite x Dicke) 16 x 0,5 mm = 8 mm²
x (multipliziert mit)
Zugfestigkeit 850 N/mm²
= (ist gleich)
Reißkraft 6.800 N
Die Rückspannfähigkeit (oder auch Erholungseigenschaft) ist ein wichtiges Beurteilungskriterium für die Bandwahl. Sie wird als Maß der Dehnung definiert, die verschwindet, wenn die Spannung vermindert oder aufgehoben wird. Wichtig ist dies beispielsweise bei schrumpfenden Ladegütern, damit das Band dauerhaft straff am Ladegut anliegt.
Beim Säbel handelt es sich um die seitliche Krümmung des Bandes. Ein zu grosser Säbel kann im Bandeinschubbereich von automatischen Umreifungsanlagen zu Störungen führen. Beim Stahlband gilt beispielsweise: Auf 1 m Band max. 1,5 mm Säbel.
Spleißen bezieht sich nur auf Umreifungsbänder aus Kunststoff. Man versteht darunter das Auseinanderbrechen des Bandes (Ausfasern) in der Längsrichtung, wenn das Band mechanisch belastet wird, z.B. beim Abschneiden unter Spannung.
Der Memory-Effekt bezieht sich nur auf Kunststoffband. Er umschreibt, dass ein Band, das längere Zeit in Rollenform aufgewickelt war, auch beim Verarbeiten einen Teil seiner Verformung beibehält. Dies kann im Bandeinschubbereich von Umreifungsanlagen zu Störungen führen.
Für die Sicherheit eines umreiften Packgutes ist es wichtig, dass die Bandspannung erhalten bleibt. Beim Kunststoffband nimmt die Bandspannung in kurzer Zeit ab. Dabei ist der Spannungsverlust bei Polypropylen-Bändern relativ groß, bei Umreifungsbändern aus Polyester hingegen klein. Beim Stahlband ist der Spannungsverlust unbedeutend.
Kantenschutzecken und Kantenschutzwinkel gibt es in den unterschiedlichsten Formen, Farben, Stärken und Materialien. Weit verbreitet sind Kantenschutzecken aus Kunststoff und Kantenschutzwinkel aus Karton.
Im Zusammenhang mit der Umreifung
vermeiden Kantenschutzecken und -winkel unerwünschte Druckstellen auf dem Packgut
verhindern Kantenbeschädigungen während Transport und Lagerung
verbessern die Kraftverteilung der Umreifungsbänder über die gesamte Länge
mehr
Scheren werden verwendet zum Zuschneiden von Bandstücken, wenn der Bandabroller nicht an den Einsatzort mitgenommen wird, aber vor allem zum Lösen bzw. Entfernen von Umreifungbändern.
Zum Öffnen von Umreifungsbändern - insbesondere von Stahlumreifungsbändern - sollten grundsätzlich nur Sicherheitsscheren unter Verwendung von Arbeitshandschuhen verwendet werden.
Das Umreifen ist eine bewährte, sichere Transportverpackungsart.
Folgende Sicherheitsaspekte sollten jedoch berücksichtigt werden:
Beim Arbeiten Augen-, Gesichts- und Handschutz (schnittfeste Handschuhe) tragen!
Mit den Fingern nicht in den Spannrad-Bereich greifen!
Während dem Umreifen dürfen sich keine Hände und andere Körperteile zwischen Band und Packgut befinden!
Beim Spannen kann das Band reissen! Nicht in der Flucht des Bandes stehen!
Beim Durchschneiden des Bandes den oberen Teil festhalten und abseits stehen, da der untere Bandteil aufspringt!
mehr
Stahlbänder können mit einem speziellem Gerät für die Entsorgung und Rezyklierung zerhackt werden.
Polyester- und Polypropylenbänder lassen sich grundsätzlich "recyklieren". Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Bänder nach Kunststoffart getrennt und nicht zu stark verschmutzt sind. Zudem ist es möglich, Polyester- und Polypropylenband thermisch zu verwerten.
Auch Qualitäts-Kunststoffband wird teilweise aus Recycling-Material hergestellt.
Nur vertikales Umreifen
Die häufigste Umreifungsart, z.B. bei Drucksachen wie Zeitungen und Zeitschriften, Mailing-Bündeln, bei Paketen oder Schachteln, bei Einzelstückgütern, bei relativ stabil gestapelten Gütern, zum Sichern einer stabilen Einheit, zum Paketieren von Produkten aus Metall, Holz, Beton usw.
Nur horizontales Umreifen
Für spezielle Fälle, z.B. in der Baustoffindustrie für das Sichern von gestapelten schweren Gütern und wenn nur über relativ kurze Distanz transportiert wird, für den Obst- und Gemüsetransport zusammen mit Kantenschutzprofilen, zum Zusammenhalten von gestapelten Einheiten.
Kombiniertes vertikales und horizontales Umreifen
Wird beispielsweise angewendet für gestapelte Güter in der Baustoffindustrie. Die horizontale Umreifung dient dabei als zusätzlicher Schutz vor Verrutschen und Auseinanderfallen.
Wenn an verschiedenen Standorten im Unternehmen umreift werden muss, sind leichte, handliche Handgeräte am besten geeignet. Die modernste Lösung stellen netzunabhängige, akkubetriebene Umreifungsgeräte dar.
Wird immer am gleichen Standort umreift, erleichtern Geräteaufhängevorrichtungen, Bandumführungsvorrichtungen oder Fördermittel die Arbeit. Ebenfalls empfehlenswert, wenn oft umreift werden muss: pneumatisch oder elektrisch angetriebene Handapparate.
Bei grösserem Umreifungsvolumen lohnt es sich, das Preis-/Leistungsverhältnis einer automatischen Anlage gegenüber dem manuellen Umreifen zu prüfen.
Unser Rat: Nutzen Sie den Erfahrungsschatz eines fachkundigen Beraters.